China 30.60

Circular Economy

  • Ende: 22.09.2022, 18:00 Uhr (Ortszeit)

  • hybrid

Chinas systematischer Wandel zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft

Chinas Dekarbonisierungsziele sollten durch die Schaffung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft unterstützt werden, die darauf ausgelegt ist, den Ressourceneinsatz sowie die Abfall- und Emissionsproduktion zu minimieren.

In einer Kreislaufwirtschaft werden Produkte so konzipiert, dass sie langlebig, wiederverwendbar und recycelbar sind, und die Materialien für neue Produkte stammen von alten Produkten. So weit wie möglich wird alles wiederverwendet, wiederaufbereitet, in einen Rohstoff zurückverwandelt oder als Energiequelle genutzt. Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft sollte über die gesamte Wertschöpfungskette erfolgen. Es geht nicht darum, einfach nur die Mängel einer linearen Wirtschaft zu bekämpfen, sondern einen systematischen Wandel herbeizuführen.

Das Seminar im September 2022 zeigte Marktchancen, Herausforderungen und Best Practices für deutsche Unternehmen im Bereich der Kreislaufwirtschaft in China auf.

Mr Wen Bin, stellvertretender Geschäftsführer, German Mechanical Engineering Commercial Services Beijing (VDMA – GMECS), gab einen Überblick über die Kreislaufwirtschaft und die damit verbundenen rechtlichen Rahmenbedingungen in China und beschrieb die neuesten Trends und Chinas Ziele für die weitere Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft bis 2025.

Er betonte die Bedeutung des Übergangs zu einer Kreislaufwirtschaft auf Chinas Weg zur Kohlenstoffneutralität, indem er das Abfallrecycling als eines der wirksamen Mittel zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen beschrieb. In verschiedenen Fallstudien zeigte er Best-Practice-Beispiele aus den Bereichen Kunststoff- und Textilrecycling, wie z.B. PLA (Polymilchsäure) als nachhaltiger Upstream-Rohstoff mit einer breiten Palette von Downstream-Anwendungsbereichen, z.B. abbaubare Trinkhalme oder Lebensmittelverpackungen und 100% biobasierte und kompostierbare Coffee-to-go-Becher.

Herr Wen zeigte auf, dass deutsche Hersteller ihre Produkte und Produktionsprozesse anpassen müssen, um den Vorschriften in China zu entsprechen. Gleichzeitig bieten sich aber auch vielfältige Chancen für deutsche Unternehmen und ihre innovativen Lösungen, da der High-End-Markt expandiert und die Nachfrage nach fortschrittlicher Ausrüstung und innovativer Technologie steigt.

Beatrice Han, stellvertretende Geschäftsführerin von ALBA China Recycling Solutions, sprach über „Recycling für eine nachhaltige Zukunft“ und zeigte die Bedeutung eines ganzheitlichen Lebenszyklusansatzes für die Dekarbonisierung in verschiedenen Schwerpunktbereichen und warum Recycling und Wiederaufbereitung ein Schlüsselelement der grünen Transformation, der kohlenstoffarmen und zirkulären Entwicklung sind.

Frau Han beschrieb China 30.60 als Wegbereiter für die Kreislaufwirtschaft und stellte verschiedene ALBA-Projekte vor, die die Entwicklung von Null-Abfall-Städten in China unterstützen, wie z.B. das städtische und ländliche Bioabfall-Recyclingzentrum in Haikou, Xuchang und Guiyang und das Green Fuel-Projekt in Jieyang.

Zu den wichtigsten Erkenntnissen ihrer Präsentation gehörte, dass die Dekarbonisierung einen integrierten Ansatz für alle Produktlebenszyklen erfordert und dass die Recyclingfähigkeit durch Design entscheidend für die Verbesserung der Recyclingeffizienz ist. China ist der größte aufstrebende Markt für die Kreislaufwirtschaft mit großen Potenzialen für deutsche Technologien im abfallfreien Städtebau.

Dr. Patrick Gloeckner, Head of Global Circular Plastics Program, Evonik Operations GmbH, stellte „Spezialitäten für nachhaltige Kunststoffanwendungen“ vor und zeigte auf, wie Lösungen und Technologien von Evonik den Übergang von linearen zu zirkulären Kunststoff-Wertschöpfungsketten ermöglichen.

Dazu gehören vielfältige Dienstleistungen und Lösungen, die den Kunden helfen, Kunststoffe im Kreislauf zu halten, z.B. Adsorbentien, Katalysatoren und Additive für die werkstoffliche Verwertung über die Monomerrückgewinnung bis hin zum rohstofflichen Recycling. Dr. Gloeckner präsentierte verschiedene praktische Beispiele für hochwertige Anwendungen, die durch Hochleistungsadditive ermöglicht werden, wie z.B. die Zusammenarbeit mit BMW bei der Entwicklung von Lösungen für nachhaltige, recycelte Automaterialien oder die Zusammenarbeit mit Wildplastic, bei der Kunststoffabfälle aus der Natur geerntet werden, um neue Produkte, wie z.B. Müllsäcke, aus recycelten Materialien herzustellen.

Auf die Frage nach den wichtigsten Triebkräften für die Entscheidung, neue Additive und andere innovative Lösungen zu erforschen und zu entwickeln, betonte Dr. Gloeckner in der Fragerunde des Seminars die Bedeutung von Kundenanforderungen und projektbezogener B2B-Zusammenarbeit sowie von regulatorischen Anreizen.

Das Seminar war die vierte Veranstaltung der Reihe China 30.60, die gemeinsam vom German Centre Beijing und der AHK Greater China ausgerichtet wird.

Details zu den anderen Seminaren der Reihe finden Sie hier:

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