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25 Jahre German Centre GmbH und die Idee zieht immer noch?

Wir blicken mit Gabriele Greiner, Geschäftsführerin der German Centre for Industry and Trade Gmbh (German Centre GmbH), zurück und in die Zukunft. Die German Centre GmbH wurde am 28. November 1993 in Stuttgart gegründet und feiert dieses Jahr ihr 25jähriges Jubiläum.

Viele kennen die German Centres in China, Mexiko, Russland und Singapur. Was macht denn die German Centre GmbH in Stuttgart?

Wir sind als Tochtergesellschaft der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) Holding- und Servicegesellschaft für die German Centres. Außerdem sind wir Franchisegeber für die Marke „German Centre“. Wir sorgen dafür, dass das Leistungsversprechen, das wir als German Centres geben, einheitlich und von vergleichbarer Qualität ist und sind erste Anlaufstelle für Unternehmen und Partner.

1993 wurde die GmbH gegründet, 1995 ging das erste German Centre der LBBW in Singapur an den Start. Was steckte damals hinter der Idee?

Die Idee war, deutsche Firmen, besonders diejenigen, die in Südost­asien nicht in jedem Land ein Büro gründen konnten, unter einem Dach zu vereinen, damit sie einfacher und mit geringem Risiko in den Markt einsteigen konnten. Dabei stellte sich heraus, dass wir mehr anbieten müssen als „nur“ Büros. Für die Unternehmen war es genauso wichtig, praktische Tipps zu erhalten, Dienst-leister in greifbarer Nähe zu haben und sich schnell in Netzwerke einzubinden.

Welche Netzwerke denn zum Beispiel?

Wichtige Partner sind für uns die, mit denen wir ein gemeinsames Ziel teilen: Unternehmen beim Gang ins und im Ausland zu unterstützen. Das sind die Unternehmens- und Auslands-kundenberater der LBBW und der Sparkassen-Finanzgruppe genauso wie die Unternehmen selbst und unsere Mieter. Wir haben gute Verbindungen zu Wirtschaftsministerien, Wirtschaftsförderungen oder großen Verbänden, egal ob deutsche oder internationale Institutionen in Deutschland oder im Zielmarkt, und zu international tätigen Kanzleien, Steuer- oder auch Personalberatern.

Dazu kommen speziell der VDMA und die IHKs und Auslandshandelskammern (AHKs). Diese Partner haben uns gerade in den Anfangsphasen stark unterstützt. Ich selbst bin im Außenwirtschaftsausschuss des DIHK und der IHK Region Stuttgart und bekomme durch den regen Austausch einen guten Einblick, wie Unternehmen ticken, was sie gerade umtreibt. Viele haben Niederlassungen im Ausland und stehen vor den selben Herausforderungen wie wir. Das schärft den Blick für den Bedarf unserer Kunden, was sie in Zukunft brauchen und was wir für unsere Mieter anders und besser machen können.

Ist das Konzept für Sie aufgegangen?

Für mich geht das Konzept immer dann auf, wenn genügend Nachfrage vorhanden ist, unsere Kunden zufrieden sind und wir uns wirtschaftlich tragen können. Das sehe ich heute an allen Standorten gewährleistet. Klar haben wir im Laufe der Jahre auch Lehrgeld bezahlt und Standorte geschlossen. Trägt sich ein Standort langfristig wirtschaftlich nicht, gehört es für uns zum unternehmerischen Handeln, dann auch die Konsequenzen zu ziehen. 

Sie selbst waren lange Zeit direkt vor Ort, haben das German Centre Mexico und das German Centre Sin­ga­pore als Chefin geleitet. Sie haben durch Ihre Tätigkeit in Deutschland und vor Ort viele Unternehmen getroffen, beraten und ihre Werdegänge live mitverfolgt. Wenn Sie daran denken, wie Unternehmen früher und wie sie heute in einen neuen Auslandsmarkt gehen, was hat sich verändert?

Früher haben sich die Firmen mehr in Deutschland vorbereitet, bevor sie in einen Flieger gestiegen sind. Durch die Globalisierung und das Internet ist die Transparenz höher, viele Informationen sind schneller beschaffbar und Märkte keine Bücher mit sieben Siegeln mehr.

Ich erinnere mich noch, dass es in der AHK im German Centre Sin­ga­pore zwei öffentlich zugängliche Computer im Gastbereich gab, an denen man ins Internet gehen konnte, da wir alle noch kein Internet im Büro hatten. Da sieht die Welt heute ganz anders aus. Aber egal, wie viele Informationen die Unternehmen heute online bekommen, die Qualität müssen sie selbst überprüfen.

Und was würden Sie einem Unternehmer raten?

Dass er in ein German Centre kommt, sich mit Unternehmern und anderen vernetzt und austauscht. Daran hat sich nichts geändert. Viele Informationen sind gut, sich persönlich einen Überblick zu verschaffen und zu schauen, was zum eigenen Unternehmen passt, gehört meiner Meinung genauso dazu.

Was hat sich noch verändert?

Was sich definitiv verändert hat, sind die Branchen, die heute ins Ausland gehen. Früher waren unsere Mieter hauptsächlich aus dem produzierenden Gewerbe wie Maschinenbau, Automotive oder Elektrotechnik, die Vertrieb oder After-Sales betrieben haben. Heute ist eine ganze Bandbreite an Branchen dazugekommen. Zu den Dienstleistern wie Rechtsanwälten oder Steuerberatern sind Spezialdienstleister aus den Bereichen IT, Architektur, Umwelt, Medizintechnik, Ingenieur- oder auch Bildungswesen dazugekommen.

Einkauf und Sourcing spielt eine viel größere Rolle. Oder Firmen aus der Lebensmittelbranche gehen vermehrt ins Ausland. Eins meiner Lieblingsbeispiele ist eine große Molkerei, Mieter im German Centre Sin­ga­pore und mittlerweile auch in Beijing. Vor 25 Jahren hätten wir bei einem Milchproduzenten, der in Asien Geschäfte machen will, wahrscheinlich noch die Brauen hochgezogen, da Milch und Käse in der asiatischen Küche nicht vorkommen. Heute haben sich die Essgewohnheiten verändert - Burger und Pizza gehören dazu, dazu braucht man Käse. Hier zeigt sich auch, dass es sich lohnt, einen Markt immer wieder zu untersuchen, ob er sich verändert hat. Was gestern nicht ging, funktioniert heute prima.

Und wo sehen Sie die German Centre in 25 Jahren? Gibt es Pläne für neue German Centres?

Wir entwickeln das Konzept ständig am Kundenbedarf entlang weiter. Die Arbeitswelt verändert sich und damit auch die Anforderungen an Bürogrößen oder Ausstattung. Hypes wie Coworking Space beschäftigen uns und wir bieten das mittlerweile an zwei Standorten an. Innovative Gebäudetechniken und Nachhaltigkeit stehen auf der Agenda. In Singapur haben wir diverse Auszeichnungen erhalten, weil wir so „green“ und energieeffizient sind. Digitalisierung ist für uns genauso Thema wie für alle anderen Firmen, einmal um Prozesse zu verschlanken und für den Kunden zu vereinfachen, aber natürlich auch um Kosten zu minimieren.

Verändert sich der Bedarf unsere Kunden, wollen wir schnell reagieren. Deswegen haben wir zum Beispiel auch vor 3 Jahren ein zweites Gebäu­de in Peking angemietet und unsere Quadratmeterzahl verdoppelt, um der gestiegenen Nachfrage zu entsprechen. Und natürlich schauen wir uns immer wieder in der Welt um und prüfen Standorte.

Sie sind seit Stunde null mit den German Centres verwoben. Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit?

Die vielen Begegnungen mit Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern, Kulturen, Unternehmen. Gerade in meinem Beruf gilt das Motto „man trifft sich immer zweimal im Leben“. Erst letztens habe ich nach 17 Jahren jemanden wiedergetroffen, der dem German Centre Mexico zur Einweihung einen riesigen Ulmer Spatz aus Stein, geschenkt hat. Die Erinnerung an den Spatz hat gleich wieder für eine gute Gesprächs- und Geschäftsatmosphäre gesorgt. Aus manchen oberflächlichen Bekanntschaften sind Freundschaften in aller Welt entstanden. Der persönliche Austausch, die Vielfalt, die durch diese breit gefächerte Interkulturalität möglich wird, begeistert mich wie am ersten Tag. 

Und wie ist es für Sie in einem so interkulturell unterschiedlichen Umfeld zu arbeiten?

Es macht einfach Spaß und ist enorm bereichernd, weil solch eine große Diversität vorhanden ist. Während früher die interkulturellen Unterschiede eher im Vordergrund standen und meine Kollegen mehr lokal dachten, ist heute verstärkt der Unterschied zwischen den Generationen eine Herausforderung. Die „digital natives“ sind globaler im Denken und haben an allen unseren Standorten mehr Gemeinsamkeiten, obwohl sie aus vier verschiedenen Kulturen kommen. Auch die Erwartung an uns als Arbeitgeber hat sich verändert. Früher hat sich ein Kandidat beworben und das Unternehmen hat entschieden. Heute müssen sich die Unternehmen viel mehr präsentieren, zeigen, dass sie innovative Arbeitgeber sind und was sie ihren Mitarbeitern anbieten können, und da geht es nicht nur um das reine Gehalt.

 Stellen Sie sich vor, Sie hätten drei Wünsche frei, was würden Sie sich wünschen?

Zuallererst, dass unsere Mieter und Kunden mit unseren Angeboten und unserem Service zufrieden sind. Das ist verbunden mit dem Wunsch, dass wir bei Veränderungen schnell genug sind, unsere Angebote immer wieder an neue An- und Herausforderungen anzupassen, zum Beispiel beim Thema Digitalisierung. Und ich freue mich, wenn wir weiterhin auf unsere vielen Partner zählen können, die uns sowohl in Boom- als auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zur Seite gestanden haben.

Apropos Partner und Kunden? Wie feiern Sie denn Ihr Jubiläum?

Wir haben bei einem kleinen Umtrunk in unserem Büro gefeiert und dabei bewusst die eingeladen, mit denen wir seit Jahren eng im Tagesgeschäft und auf Arbeitsebene verbunden sind. Wir haben Material aus 25 Jahren Arbeit zusammengesucht und ausgestellt. Angefangen bei alten Fotos, vergilbten Telefaxen (so hießen die damals noch), über Protokolle, Absichtserklärungen, Pressemitteilungen bis hin zu unserem  Marketingmaterial, an dem man sehen kann, wie sich Farben, Schriften und Darstellungsweisen über die Jahre hinweg ändern. Das Betrachten der Dokumente und Fotos hat uns wahrscheinlich mehr Spaß gemacht als vielen unserer Gäste, die nicht so tief im Thema sind. Es hat uns sichtbar gemacht, was wir alles in den letzten 25 Jahren gemeinsam auf die Beine gestellt haben und dass wir, mit unserer Erfahrung, unserem Know-how und den vielen neuen Impulsen, die uns erreichen, gut für die Zukunft aufgestellt sind.

Frau Greiner, wir hoffen, dass Ihre drei Wünsche für Sie und ihre Gesellschaften in Erfüllung gehen und wünschen Ihnen für die nächsten 25 Jahre alles Gute und viel Erfolg!

Laden Sie sich hier die Presseinformation der LBBW zu 25 Jahre GC GmbH herunter.